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Devlog & Notizen aus der Werkstatt

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Zing!

In der Zukunft schießt man natürlich mit Lasern, denn das gehört sich so. Projektilwaffen bleiben weiterhin im Gebrauch, denn die Durchschlagswirkung eines Geschosses ist zeitlos praktisch. Schwerter hingegen kommen einfach deswegen vor, weil sie ungeschlagen cool sind. Ja, es gäbe auch eine Erklärung, in der Begriffe wie Molekularklinge, Nanostruktur und Frisiergeometrie vorkämen, aber eigentlich geht es nur darum, dass Schwerter in einem Rollenspiel cool sind.

Langeweile durch Gewitztheit?

Spieler sind ja nicht doof. Und zu einem Gehirn im Bereitschaftszustand tritt auch noch eine immer stärker ausgeprägte popkulturelle Abgebrühtheit, was in dieser Kombination wohl kaum noch einen der westlichen Gegenwartsmenschen ganz arglos auf einen roten Totenkopfknopf mitten im Videospielfallentempel drücken lässt. Man kennt ja sein mediales Anschauungsmaterial, ob das nun ein Archäologe auf der Flucht vor seiner persönlichen Plattwalzkugel oder das Teeniepärchen aus dem Horrorfilm ist, das beim Anblick der verfluchten Grabplatte die sexuelle Unternehmungslust packt. Ein heutiger Zuschauer bangt da nicht mehr mit, sondern schlürft nur ungerührt sein Trendgetränk und denkt: Tsö, tsö, wie kann man nur?

Die Frage stelle ich mir gerade auch. Ich möchte die Helden nicht einfach wie auf Schienen in Gefahrensituationen geraten lassen, vielmehr dem Spieler entscheidenden Einfluss auf das weitere Geschehen geben. Aber wenn er nun immer den roten Knöpfen ausweicht, betrügt ihn seine eigene Beschlagenheit dann nicht um die unterhaltsamen Krisen? Das ist gerade so mein Gehirnfutter.

Elektronische Trüffelschweine

Wozu schickt man eigentlich Menschen ins All, wenn doch Roboter viel geeigneter wären? Keine Ahnung, ob es stimmt. Meine diesbezüglichen Belastungstests ergaben ein Unentschieden. Aber ganz ohne Roboterhilfe möchte ich meine wackeren Menschlein auch nicht in die unbekannten Zonen schicken, also gibt es beispielsweise die Sonde. Die steckt im Inventar und steigt auf Knopfdruck auf, um nach Nützlichkeiten in der Umgebung zu spähen. Je nachdem, wo man ist, kommt der Suchroboter mit gebietsabgestimmten Extrafunden zurück. Der Umgebungswert und ein (fairer) Zufallsfaktor entscheiden, was man erlangt.

Tag des tüchtigen NPC

Auf meinem Raumschiff sind nicht bloß ein paar Helden nebst etlichen statischen NPCs unterwegs, die apathisch dem Moment entgegenharren, wenn eine der Hauptfiguren sie mal anzusprechen geruht und ihnen aus der Patsche hilft, ihnen also beim Führen des eigenen Lebens behilflich ist. Stattdessen können die NPCs auch selbst etwas. Irgendwie haben die ja auch die Raumschiffaufnahmeprüfung geschafft. Und wenn so eine Raumschiffexpedition ein arbeitsteiliger Prozess etlicher Experten ihres jeweiligen Fachgebiets ist, dann darf der Spieler auch mal NPCs bei der Arbeit erleben. Ach was, einfach selbst steuern. Immerhin ist das hier ja ein Spiel. Die (vermutlichen) Helden dürfen solange zugucken und staunen.

Generatorensaft

Den Staub von der Bastlerhose abgeklopft und weiter geht’s! Seit Weihnachten ist nicht viel passiert, denn die unerlässlichen Angelegenheiten banden meine gesamte Aufmerksamkeit: Weihnachtsessensreste vertilgen, neuen Kalender aufhängen, kommende Feiertage ausspähen, erst mal mit der neuen Jahreszahl warmwerden - so was halt. Der Januar trägt eben nicht umsonst die antike Janusköpfigkeit im Namen, man ist noch nicht ganz auf die Vorwärtsrichtung eingestimmt. Doch nun weise ich alle Ablenkungen gebieterisch in die Schranken und gebe mich wieder ganz der Makerei hin.

O du Fröhliche

Und nach einer langen Reise durch eine sich dem simplen Rechteck verweigernde Raumvielfalt voller Wasauchimmerlichkeiten entdeckten drei der Helden schließlich die Kammer. An ihrer Spitze stand „so eine Art aufziehbare Dose“, wie einer der Beteiligten halbwegs wortgetreu zu Protokoll geben würde, wenn ich ihn denn ließe, die ein merkwürdiges Brummen und Summen aussandte. Eine Einladung? Eine Drohung? Schließlich fasste sich der Leitende Ingenieur (LI) der „Amaltheia“ ein Herz und weil seine Begleiter einmal mehr zu langsam waren, um ihn noch rechtzeitig von einer sehr neugierigen Tat abzuhalten, probierte er den Apparat kurzerhand aus. An sich selbst.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.

Der Trend ist eine Gerade

Ich möchte nicht in die übliche Fehlentwicklung einer Science-Fiction-Geschichte stolpern, die man schnell erkennt, wenn man Behauptungen über die Zukunft rückblickend liest. Viele der alten Prognosen traten gar nicht ein. Im Innern der Erde leben überhaupt keine Dinos, Monsieur Verne! Wir wurden gar nicht von einem Quaderwesen auf eine neue Bewusstseinsstufe erhoben, Mister Clarke! Und auf das Hooverboard warten immer noch Millionen getäuschte Kinobesucher, „Zurück in die Zukunft II“!

Damit ich mich nicht in diese peinliche Reihe der Gescheiterten einzugliedern gezwungen sehen muss, plane ich, mit all meinen Vorhersagen einfach komplett Recht zu haben. Ich gehe das mal schrittweise durch und präsentiere heute den Aspekt Mode. Welchen bizarren Verfremdungsakten wird sich der Mensch der Zukunft vor seinem Spiegelbild allmorgendlich unterwerfen? Vom Dauerbrennerthema Haar bis hin zum futuristischen Schuhsohlenprofil gehe ich keinem Kriterium aus dem Weg und weise dem meinen Titel spielenden Teil der Menschheit schon heute mit erschütternder Präzision den Weg.

1995 (Gelsenkirchen)

---> 2024 (Potsdam, 1:25 Uhr)

--- Zukunft --->

Um drei Ecken

Den gerade abgeschlossenen Rätselraum lasse ich eine Weile vor sich hindampfen. Wenn dann die Einzelheiten im erforderlichen Maße meinem Gedächtnis entwichen sind, schreite ich zu einer Testbegehung. Das ist immer eine gute Daumenregel für den erreichten (nicht den beabsichtigten) Schwierigkeitsgrad: Schaffe ich es eigentlich selbst? Sofern im Anschluss auch noch ein Testspieler grünes Licht gibt, bin ich guter Dinge - zumindest solange, bis dann später die ersten Betatester auf das Hindernis aus Knobelklötzchen treffen und meine Gespanntheit wieder ansteigt, wie das Urteil wohl lautet. Das finale Verdikt werdet am Ende natürlich ihr Spieler fällen, aber bis dahin ist es noch etwas hin.

Wahlweises Ausrichten

Hoch ragt das Hindernis auf, wirkt rätselhaft und auch ein wenig fremdartig. Natürlich gibt es einen Weg hindurch, immerhin wird man sich ja mitten in einem Videospiel befinden. Allerdings hängt die Lösung nicht nur von des Spielers Findigkeit vor Ort ab, sondern auch von einer Entscheidung, die er eine Weile zuvor treffen durfte: Wen taut man auf? Einen Handfesten oder einen Denker? Beide Optionen haben ihren Sinn, keine von ihnen ist falsch, sie führen nur auf unterschiedliche Pfade mit je eigenen Möglichkeiten. Und sie addieren sich in der Summe zu einer Aussage, die der Spieler über die gesamte Mission treffen wird.

Fachsimpelei

In meinem Spiel fliegen die Menschen tiefgekühlt ans Ziel. Es gibt für bemannte Langstreckenflüge hinaus in All natürlich noch das Alternativmodell in Form eines Generationenraumschiffs: Unterwegs bleiben einfach alle wach und weil die Reise bei halbwegs realistischer Antriebsleistung nun mal enorm lange dauert, muss sich die Besatzung eben fortpflanzen und die Geschicke den Nachfahren anvertrauen, bis dann irgendwann die Urururusw.-Enkel die Landung am Ziel einleiten. Geht natürlich auch. Ich habe mich erzählerisch hingegen für die Reise als Tiefkühlfischstäbchen entschieden, um folgende Probleme eines Generationenschiffs zu umgehen:

  1. Wenn alle Hungrigen ruhen, reduzieren sich die erforderlichen Versorgungsmittel.
  2. Die Gefahr des sozialen Zusammenbruchs eines auf ständige, fehlerlose Weitergabe angewiesenen Generationenbandes der Besatzungsgesellschaft stellt sich nicht.
  3. Man entgeht der hässlichen Sinnfrage der Zwischengenerationen, die ja nur bloße Diener des Transits wären.
  4. Ein Paarzwang, eine Aufzucht der nächsten Generation und eine immer wieder aufs Neue gelingende Weitergabe des Wissens sind nicht nötig. Ein Generationenschiff kann sich keine verpatzte Staffelstabübergabe leisten.
  5. Bei einem Tiefkühlschiff behält die aussendende Gesellschaft die größtmögliche Kontrolle über die Zusammensetzung und individuelle Beschaffenheit der Besatzung.
  6. Nicht das gesamte Schiff, nur die Kapseln und ggf. die Brücke müssen gegen die kosmische Strahlung schützend ummantelt werden.

Sternenatlas

Im Nachbarsternensystem ist man nicht weit genug weg, um die alte Heimat der Menschheit aus den Augen zu verlieren. Die alte Sonne steht ja weiterhin am Himmel, nun eben als einer der Sterne. Welcher eigentlich? Man kann das trocken astronomisch aufbereiten oder eben ein Minispiel daraus machen, bei dem man gleich noch etwas soziale Bande knüpft und Erfahrungspunkte abstaubt.

Verhext

Aktuell hat die HP ein Problem mit Bildern. Sobald der Fehler behoben wurde, geht es hier weiter.

Aufregendes aus der Nutzerschnittstelle!

Steigt man mal kurz aus einem Spiel aus, kommt man später womöglich nur noch schlecht wieder rein. Ist die Pause sogar länger, reißt der Faden eventuell ganz. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass mein Spiel gar nicht euren unverrückbaren Lebensmittelpunkt darstellt, habe ich in „Nachbarlicht“ zwei Annehmlichkeiten eingebaut: Auf der Startseite des Journals steht immer der aktuelle Hauptauftrag in Kurzfassung. Außerdem kann man sich die bisherige Handlung als kurze Bildershow anzeigen lassen.

Zusätzlich hat man immer seine momentane Missionsausrichtung als persönliches Tatenfazit im Blick. Wenn das jederzeit so prominent in den Blick gerückt wird, ist das eventuell wichtig, könnte man fragen? Ja, das könnte man durchaus fragen.

Umsteigen II

Erinnert sich noch jemand an den ereignislosen Mai? Also ich nicht. Demnach tun wir so, als schlösse sich der Juni nahtlos an den April an und folglich gibt es hier die „kürzlich“ versprochene animierte Ansicht der angekündigten Raumfähre.

Grafikanteile

Da immer wieder Fragen aufkommen, wie ich das Aussehen meiner Spiele gestalte, wie viele meiner Grafiken eigentlich selbst erstellt sind oder was mir beim Kachelsatzkomponieren wichtig ist, antworte ich einfach mal. Im Flackerbild habe ich alle Grafiken ausgeblendet, die nicht von mir sind. Grob geschätzt fallen über zwei Drittel weg und das ist ein ganz typischer Anteil.

Einmal wäre da der Raumrahmen, der im wesentlich aus Schwarz mit blauer Kante besteht. Den hätte ich zwar auch selbst malen können - aber wieso denn, wenn bereits eine frei verfügbare Vorlage existiert? Hier bin ich stets aus Überzeugung pragmatisch, spare mir eine durch das Ergebnis nicht gerechtfertigte Mehrarbeit und kriege unter anderem deswegen meine Spiele auch fertig. Den zweiten großen Fremdgrafikanteil hat der schöne Kachelboden. Genau genommen sind es drei Einzelkacheln, mit denen ich den ganzen Boden gefliest habe (Kachel, Doppelschlitzkachel, 12-Schlitz-Kachel). Wie schon die Wand stammt auch der Boden aus der großen Refmap-Bibliothek, sie passen also in Pixelstil und Farbgebung zusammen. Die so wichtige Spielerorientierung, möglichst auf einen Blick die Laufwege und Levelgrenzen intuitiv aufnehmen zu können und ein atmosphärisches Gefühl für die grundlegende Art des Gebiets zu erhalten, handhabe ich mit erprobten Fertiglösungen.

Meine eigenen Pixeleien kommen erst zum Zuge, wenn ich dafür besondere Gründe verspüre.

  1. Ich möchte die Wahrnehmungsspitzen setzen. Über das mir Wichtige möchte ich die volle Gestaltungskontrolle besitzen, also pixele ich das Hauptpersonal und zentrale Augenmerkobjekte selbst.
  2. Finde ich in den Bibliotheken kein adäquates Material, stelle ich es eben selbst her (szenariopassende Textbox, figurengrößenabgestimmte Raumschiffbestuhlung, Tische in Wunschproportionen und -farbe etc.). Das ist natürlich eine mächtige Fähigkeit, weil sie mir die kreative Unabhängigkeit von einer andernfalls herrschenden Vorlagenknechtschaft einräumt.
  3. Manchmal schieße ich den Pragmatismus in den Wind und pixele einfach so, weil es mir Spaß macht.

Malader Mai mehrt mau

Was hatte ich diesen Monat nicht alles vor. Ich wollte eine weitere Filmsequenz drehen. Ein bizarrer Graben sollte entdeckt und bis in seine lichtlosen Tiefen erkundet werden. Es hätte aus Lasermündungen geblitzt. Mondstaub wäre emporgeschleudert worden. Dreieckiges Wasser schwappte bereits in den winkligen Vorhaltebehältern. Eine Torgrafik wartete nur darauf, ihre Öffnungsanimation endlich mit der Rätselmechanik verbunden zu sehen. Und drei Flamingos neigten ihre interessierten Hälse über meine Schulter, weil die Neugier auf das Kommende ihre Köpfe beschwerte. Gut, vielleicht stimmt einer der Sätze nur in Teilen oder gänzlich nicht, aber so wahr ich hier tippe, muss ich doch mal meine Unzufriedenheit mit dem sich neigenden Monat Mai zum Ausdruck bringen. Ich kam zu nichts, hatte nur meine Vorstellungen im Kopf, aber die konkrete Arbeit am Spiel lag brach. Der Juni kann nur besser werden.

Umsteigen

Bekanntlich oder unbekanntlich, auf jeden Fall aber zutreffend, behauptet zumindest das kulturelle Menschheitsgedächtnis namens Internet, ist im Raumschiff Enterprise das Beamen nur eingeführt worden, weil den Produzenten die für eine Raumfähre erforderliche Tricktechnik zu teuer war. So ein Sparprogramm kommt mir natürlich nicht in die Tüte, also gibt es in „Nachbarlicht“ die große Packung. Wer vom Raumschiff auf den Planeten umsteigen möchte, benötigt ein Zwischengefährt. Das interstellare Raumschiff hat nämlich hübsch dort zu bleiben, wofür es konstruiert wurde: Im Weltraum. Dort mag es elegant die schwerelosen Weiten durchstreifen, doch an der Gravitation eines Planeten zerschellte das grazile Ding. Hier ist vielmehr ein bulliges Vehikel gefragt.

Freund Raumfähre ist ein rüttelfestes Arbeitstier und bringt die Raumfahrer nicht nur sicher auf eiseskalte wie bewohnliche Himmelskörper, sondern wuchtet sie kraft seiner vier schubstarken Schwenkturbinen auch wieder in den Orbit zurück, wo sie schon vom großen Raumschiff erwartet werden. Und weil ich technische Aufklappzeichnungen mag, habe ich die Raumfähre als „Haus“ mit abnehmbarer Decke gebaut. Demnächst gibt es mal eine animierte Ansicht.

Reinste Rätselrigorosität

Die schlimmsten Zumutungen an die Wohlgestimmtheit packe ich in optionale Pfade. Wer schon mal üben möchte, kann sich ja an dieser kleinen Einlage versuchen.

Fragen

Die lange Reise zehrt an den Ressourcen. Noch bevor die interstellaren Ufer des neuen Landes erreicht werden, könnte eine Abwägung erforderlich werden. Wo sind die knappen Mittel eigentlich besser aufgehoben? Sollen die Mediziner bevorzugt werden, um ihren möglichen Patienten die beste Versorgung bieten zu können? Oder stattet man lieber die Ingenieure auskömmlich aus, damit im Falle einer Havarie des inzwischen beträchtlich alten Kahns nicht an kritischer Stelle die Reparaturmittel fehlen? Und was ist, wenn die auch nur theoretische Bedrohung des Wohls der Vielen in Konflikt zur praktischen Hilfe für einen Einzelnen geraten könnte?

Zum Glück muss ich das nicht beantworten. Das macht ihr. Ich entwerfe nur den Rahmen und die Konsequenzen.

Völlig losgelöst II

Und hier sieht man die bloßen Behauptungen des letzten Eintrags nochmal in der konkreten Umsetzung, während ich euch beharrlich weiter Ansichten des fremden Zielplaneten verweigere.