Langeweile durch Gewitztheit?

Spieler sind ja nicht doof. Und zu einem Gehirn im Bereitschaftszustand tritt auch noch eine immer stärker ausgeprägte popkulturelle Abgebrühtheit, was in dieser Kombination wohl kaum noch einen der westlichen Gegenwartsmenschen ganz arglos auf einen roten Totenkopfknopf mitten im Videospielfallentempel drücken lässt. Man kennt ja sein mediales Anschauungsmaterial, ob das nun ein Archäologe auf der Flucht vor seiner persönlichen Plattwalzkugel oder das Teeniepärchen aus dem Horrorfilm ist, das beim Anblick der verfluchten Grabplatte die sexuelle Unternehmungslust packt. Ein heutiger Zuschauer bangt da nicht mehr mit, sondern schlürft nur ungerührt sein Trendgetränk und denkt: Tsö, tsö, wie kann man nur?

Die Frage stelle ich mir gerade auch. Ich möchte die Helden nicht einfach wie auf Schienen in Gefahrensituationen geraten lassen, vielmehr dem Spieler entscheidenden Einfluss auf das weitere Geschehen geben. Aber wenn er nun immer den roten Knöpfen ausweicht, betrügt ihn seine eigene Beschlagenheit dann nicht um die unterhaltsamen Krisen? Das ist gerade so mein Gehirnfutter.