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Devlog & Notizen aus der Werkstatt

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Heimwerker

Gelegentlich ist es mir sogar zumute. Ja, der Satz ist so schön, den will ich gar nicht mit Adjektiven behelligen. Nur noch dieser banale Nachtrag: Manchmal reicht mir das recht leistungsstarke Quadratraster, auf dem man im RPG Maker Grafikkacheln verlegt, nicht aus, wenn ich ein besonderes Gebäude darstellen möchte. Dann lasse ich die genormten Fertigteile in der Kiste und bastele mir ein individuell zugeschnittenes Wohlfühlgebäude wie das hier unten mit einem einfachen Kniff. Ich lege es so an, wie ich es haben möchte, beachte dabei die Zwänge des Kachelrasters gar nicht und baue es schließlich nicht wie sonst als Klötzchenburgpuzzle ins Spiel ein, sondern als Gesamtgrafik. Auf die Art kann ich mir auch exzentrischer als 90 Grad geneigte Winkel und platzverschwenderisch ragenden Zierat leisten. Irre, nicht? Die Hausgrafik ist fast final; der prächtige Fassadenschmuck verriete vermutlich zuviel, also gibt es ihn erst in der Vollversion zu sehen.

Eine Frage des Äußeren

Wer ein Gesicht hat, ist tendenziell wichtig. Neben dieser ganz praktischen Seite, die dem Spieler hilft, sich schnell zurecht zu finden, erzählt so ein Antlitz auch gleich etwas über die Figur und gibt dem Spiel eine entsprechende Handschrift. Für „Wolfenhain“ strebe ich eine urige, wuchtige Zeichentrickhaftigkeit an. Auf die Art, so gehe ich gewiss durch den Tag, fange ich den Ton alter Märchen und Sagen mit einer schon erschreckenden Zielgenauigkeit ein. Hier ist eine kleine Auswahl von Gesichtern; ein paar überarbeitete alte, ein paar neue. Und nein, es ist keine Schurkenparade. Ein paar sind böse, die anderen gucken nur so. Wer mag, darf raten.

„El Dorado“ in der GameStar

Die Hitze der letzten Woche sah mich noch mit Hunden um die Wette hecheln, nun strotze ich wieder vor gewohnter Agilität und ich eilte sogleich durch die Natur, direkt zum Zeitschriftenladen. „El Dorado“ hat es in die aktuelle GameStar (09/2012) geschafft. Das Spiel sitzt keck auf der DVD - die auch einen kleinen Vorführfilm enthält - und im Heft steht die Kritik: „El Dorado lässt sich theoretisch in unter zehn Minuten meistern. Wir haben trotzdem mindestens zwei Stunden damit verbracht, bis zum Abspann zu spielen ... Fazit: Toll für zwischendurch.“ So ist es und so eine Resonanz des Bastelhobbys beflügelt ungemein. Der Rest des Tages sieht mich nur noch grinsend.

Musik!

Ja, gleich gibt es was zu klicken, aber erst kommt Text, denn es begab sich, dass es in meinem Postkasten schellte und warum ich nicht wenig verwundert und schnell sehr angetan war, hat einen wichtigen Grund. Er heißt The_Attidude. Er bot mir an, Wolfenhains Musik zu komponieren und packte mal eben so ein paar Stücke hinzu, die meine Kinnlade die Tastatur zertrümmern ließen. Glücklicherweise bin ich Profi genug, mir derlei nie im Leben anmerken zu lassen und stapele ihm gegenüber seitdem mit einem „Hinreißend schön!“ weltmännisch tief. The_Attidude hat eine ganz erstaunliche Spannbreite, wie ich schon hören durfte - von zart bis deftig, von forsch bis verträumt. Ich stelle hier Wolfenhains neue Titelmusik vor. Das Lied hat die erforderliche Spannkraft, ist eingängig und ich kann es dank eines klug eingebauten Schlenkers auch für einen weiteren sinistren Zweck einspannen. Zudem ist es so instrumentalisiert, dass gleich alle erforderlichen Mittelalterklischeeklappen aufspringen, was mich besonders freut.

Wer „Eins“ sagt, muss auch!

Granatenstark ist die Welt und kunterbunt. So sprach man einst im Hollywood zu Zeiten Errol Flynns, als die Farbe Einzug hielt und zeigte die echte Filmversion dessen, was als blässlicher Abglanz in der Wirklichkeit viel zu lange mit einem anständigen Rot oder Grün verwechselt wurde. Das Ergebnis war ein praller Abenteuerfilm mit einer Farbenglut, die nicht einmal der Feuerwagenleiterunfall Clown Hopplas in der Farbenfabrik erreichen könnte. Natürlich hat jeder Tastenanschlag seinen Sinn nachzuweisen, also will ich bereitwillig erklären, was das alles mit „Wolfenhain“ zu tun habe. Ganz einfach: Da er vorkommt, muss ich ihn hier nachschieben.

Projekt des Monats

Der Funke sprang über, viele Spieler fanden „El Dorado 2“ fast genauso toll wie ich. In der Summe reichte es für einen schönen ersten Platz bei den Wahlen zum Projekt des Monats. Bei so einem Erfolg macht das Basteln natürlich erst recht Spaß. Bei künftigen Projekten kann ich also getrost weiter etwas Mut zu neuen Spielzuschnitten und -eigenarten zeigen. Er wird belohnt. Damit schließt die Spielwelt von „El Dorado“ ihre Pforten, eine Fortsetzung ist genug. Aber bevor ich mir weitere Gedanken über etwas Neues mache, baue ich nun wieder ohne weitere Ablenkungen an „Wolfenhain“ weiter. Der nächste Eintrag handelt dann mal wieder von Gisulf, Wäldern, Schwertgeklirr und allgemeinem Spielweltgermanismus.

Komplettlösung

LittleChoco erbarmte sich und verfasste nicht nur eine, sondern die Lösung El Dorados 2, über die ich mich natürlich sehr freue. Vielen Dank, LittleChoco. Wer Fragen hat, wird fortan hier die Antworten finden. Viel Spaß beim Schmökern, ich hatte ihn schon.

Vollversion El Dorado 2

Der Betatest ist beendet und ich sage allen Testern noch einmal herzlichen Dank. Ab sofort kann die Vollversion des Spiels hier heruntergeladen werden. Viel Spaß.

Allreise-Vorstellung in der Gamestar

Gerade gelesen und schon entzückt. Die aktuelle Gamestar stellt „Die Reise ins All“ im Freispielteil vor. Ich zitiere mal aus dem 37seitigen Sonderbericht (S. 91-91!), in unerbittlicher Wahrheitsliebe eben so, wie es mir die Erinnerung* eingibt: Uncharted 4 kann jetzt schon einpacken. Epischer als Skyrim. Dramaturgisch mindestens genauso schlau wie Pong. Hier sind die Scheiben, die sich Peter Molünö abschneiden kann. Das Beste aus Strategie, Action, Ponyhof und Gewittersimulator. Zunehmend Dings. (*Es war etwas schwierig, den Artikel einerseits in der nötigen Ruhe zu lesen und andererseits die quengelnde Verkäuferin mit sicherem Griff niederzuhalten, die mit gepresster Stimme aus dem Schwitzkasten bellte, das sei ein Kiosk, kein kostenloser Lesestand. Mein Zutrauen in meine eiserne gedankliche Disziplin und mein erschreckend fotografisches Gedächtnis lassen jedoch keinen Raum für Zweifel am Erinnerten. Pedanten, die es ganz genau wissen wollen, können es mir ja gleichtun. Die Dame ist von nur schwächlicher Statur, kann also problemlos selbst von einem Computerjüngling ohne entwickelte Liebe zum Sport gebändigt werden.)

Betatest angelaufen

Die ersten Testversionen „El Dorados 2“ sind raus, mal gucken, was kommt. Beim Betatest gilt mein übliches strenges Zeitkorsett: Er dauert einfach so lange, wie er braucht. Ich lehne mich derweil entspannt zurück und lasse die Tester verzagen. Oder ich interessiere mich doch für die eingehenden Meldungen und mache aus dem Projekt, das bislang nur eine gute Absicht ist, mithilfe der Rückmeldungen auch ein gutes Ergebnis. Spielzuschnitt, Spielmechanik, Aussehen, Fehler und vor allem der Spielspaß stehen jetzt auf dem Prüfstand. Im Verlauf der nächsten, angemessenen Weile weiß ich mehr.

Bald

Inzwischen stecke ich mitten im letzten Kapitel „El Dorados 2“. So kurz vor dem Ende kämpfe ich meist mit zwei Problemen. Einmal ist es schade, dass die Bastelei an diesem Projekt bald ihr definitives Ende finden wird. Konsequenterweise verbringe ich meine Zeit an der Tastatur nur noch schluchzend und lasse mich von einem internationalen Team ausgesuchter Experten emotional stabilisieren. Andererseits zwickt mich immer stärker der Wunsch, nun im Sauseschritt über die Zielgerade zu preschen und das Spiel endlich fertig zu kriegen. Ich bin ein Mensch, der sich selbst mit dem allergrößten Verständnis begegnet und nichts läge mir ferner, mich zu schelten. Aber solange mir kein vernünftiger Grund einfällt, ausgerechnet aus dem Finale einen hingehetzten Murks zu machen, eile ich weiter mit Weile. Der nächste Eintrag ist also entweder die Ankündigung des Betatests oder eine weitere - natürlich wieder hochinteressante - Zwischenstandsmeldung.

Brüste in allen Größen

Natürlich hat der Titel nichts mit dem Eintrag zu tun, aber erfahrungsgemäß liest kaum jemand Selbstbeweihräucherungstexte. Genau ein solcher folgt jedoch, denn „Wolfenhain“ gewann Gold und Silber bei den Wahlen zur Demo des Jahres 2011. Für mich ist das nicht nur ein besonders schöner Ansporn, sondern auch eine Bestätigung, einen guten Stil für das Projekt gefunden zu haben. Meine übrigen Spiele beackern andere Themen als Fantasy, bei „Wolfenhain“ konnte ich nicht auf ein handliches Bündel erfahrungsgesättigter Regeln zugreifen, wie man so ein Szenario spielspaßig angehe. Um so schöner, dass es geklappt hat. Die Pokalvitrine glänzt mit einem neuen Anbau und ich gehe ihn wieder anschmachten und betatschen.

Kosmetik

In der guten Tradition des antiken Tatenberichts enthülle ich mein Schaffen und Werken. Also viel war es nicht, was an wesentlich Neuem in die beiden Spiele geflossen ist. Ich habe vor allem Oberflächenkosmetik betrieben und die Grafik hier und da dem angenähert, was ich unter meiner Wunschatmosphäre verstehe (Bild). Vor allem habe ich mit ein paar Ideen herumexperimentiert, was sich spielerisch mit dem RPG Maker noch so anstellen lässt. Inwieweit davon was in „El Dorado 2“ oder „Wolfenhain“ landet, werde ich sehen. Alles passt nicht zu allem und beide Spiele haben mittlerweile schon ihren gestalterischen Grundzug. Macht nichts, künftige Projekte wollen ja auch gefüllt werden, darunter verstehe ich nicht nur neue Grafikkacheln.

Nicht einmal das FBI

Anstelle eines länglichen Lamentos, wie doof ich Megaupload finde, meine ganzen Downloadlinks mit sich in den Abgrund zu ziehen, mache ich es kurz: Ich habe die Spieledaten neu hochgeladen, die Saugstellen funktionieren wieder. Nur die Demo zu „El Dorado 2“ ist auf meinem Rechner irgendwie verschütt gegangen. Macht nichts, wer sie noch hat, hat jetzt ein originaleres Original als ich selbst und ewig lange wird es auch nicht mehr dauern, bis die Vollversion fertig ist; dann kann auch diese digitale Lücke wieder mit einem Download gefüllt werden. Und wehe, meine neu gewählte Dateninsel entpuppt sich auch wieder als Piratennest. Da will man nur friedlich Rüben anbauen und neben einem wohnt Käpt’n Blackbeard. Nachtrag: Die Demo zu „El Dorado 2“ ist nun auch wieder da, Cherrys wohlsortiertem Datenarchiv sei Dank. :)

Fingergeschick

Es werden ein paar neue Heldenfähigkeiten in „Wolfenhain“ landen, die mal nichts direkt mit dem Kampf zu tun haben. Eine davon ist Gisulfs Fingergeschick. Fortan zählt das Spiel, wie viele Schlösser der Abenteurer geknackt, Fallen entschärft und Gegner beraubt hat und errechnet daraus Gisulfs Talentstufe. Je mehr er erfolgreich macht, desto höher steigt er im Talent auf. Das hat direkte Auswirkungen aufs Spiel. Ein Raubzug in des Gegners Taschen wirft bei höherem Fingergeschick mehr Beute ab. Und so manche Träne wird sicher trocknen, wenn ich hier schon einmal verspreche, dass insbesondere auch die tückischen Truhenschlösser von einer erfahreneren Abenteurerhand deutlich einfacher geöffnet werden können. Wie so vieles im Spiel ist das ein bloßer Zusatz, was der Spieler tatsächlich macht und nutzen mag, bleibt ihm überlassen. Und ich mache mich wieder an die balancierende Feinabstimmung.

Es gibt nur einen Januar!

Im Winter bastelt es sich schneller, stelle ich wieder einmal fest. Vielleicht denke ich bei niedrigen Temperaturen rascher. Vielleicht ist aber auch irgendwas im Rotkohl, das nützlich wirkt. Die Wissenschaft wird sich dieser Frage gewiss eines Tages annehmen, also lasse ich den Gegenstand vertrauensvoll ruhen und komme zum Eigentlichen: Noch zweieinhalb Kapitel, dann ist „El Dorado 2“ auch schon fertig. Nur noch ein paar weitere grässliche Fallen sowie einige Beuteverstecke platziert und die Handlung zum konquistadorischen Höhepunkt geführt und dann ist das Abenteuer in ein bis acht Monaten komplett. „Wolfenhain“ habe ich nicht mit demselben Eifer beackert, aber trotzdem das Fundament für einen weiteren wichtigen Handlungsort errichtet. Vor allem wollte ich gucken, ob ich die grafischen Eigenheiten eines solchen geplanten Spielabschnitts handhaben kann; nicht, dass ich auf halber Strecke feststelle, in einer blöden Sackgasse gelandet zu sein. Aber nein, das kriege ich hin. Allerdings finde ich meine eigentlich bereits fertige Fachwerkstadt plötzlich kacke, seit ich mich in „Skyrim“ umgesehen habe.

Frohes Fest

Frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und verteidigt eure Geschenke.

Entdeckerpathos

Während Weihnachtsmärkte wohlig Wein wärmen, halte ich es im gemütlichen Zimmer lieber karibisch und ordne Palmen an tropischen Stränden. Wie der unten stehende Bildschirmfotofetzen eindrücklich beweist, gelingt mir das nicht nur in einem verblüffenden Fotorealismus, ich scheue auch weder Kosten noch Mühen, die rechte Entdeckerstimmung bei der Landung aufkommen zu lassen. Kolumbus würde vor Rührung schluchzen, wenn er noch sehen könnte, wie man richtig pathetisch der Neuen Welt guten Tag sagt. (Nachtrag: Teile dieses Eintrags sind wahr.)

Getreuer als treu

Mittlerweile muss ich die Historiker mit dem Knüppel abwehren, die alle einen Blick auf die akkurateste Simulation Spaniens und der Neuen Welt schlechthin werfen wollen. Ja, „El Dorado 2“ ist derart pingelig und akribisch exakt genau recherchiert, dass das Spiel glatt als professorales Gesamtgelehrtenlebenswerk durchginge. Geschichtsbeflissene können also aufatmen, Ungenauigkeiten gibt es bei mir nicht. Natürlich habe ich in Sevilla an eine kreischende Kreissäge gedacht. Selbstverständlich gibt es eine Mehlsackbombe. Und ein original nachgebildetes Sturzkampfwühltier war selbstredend Ehrensache. Fußnoten und Belegstellen gibt es im anhängenden Abspann, der ist - wie es sich gehört - ungefähr doppelt so dick wie das eigentliche Spiel. Bei aller wissenschaftlichen Strenge mache ich dann aber doch eine Konzession an den Zeitgeist: Die ergötzliche Bildungsreise ist in Farbe.