Zeichentrick
Kommt ordentlich Grundsubstanz zusammen, darf ich darüber auch etwas Zuckerguss verteilen. Vorher nicht, andernfalls träte ich zu lange auf der Stelle, hielte mich langwierig an Details auf und das Projekt sähe möglicherweise in seinen ersten fünf Minuten recht prächtig aus, bestände aber auch nicht aus viel mehr als eben diesen ersten fünf Minuten. Unter all meinen eisernen Regeln ist das die hartmetalligste. Ein schnoddriges „Reicht so!“ als sich immer wiederholendes Zwischenfazit überträgt die Idee erst in eine Vollversion und bewahrt vor Verzettelungen auf dem langen Unterwegs. Inzwischen sehe ich „Wolfenhain“ als derart weit voran gebracht an, dass ich mir den Luxus einiger weniger, kleiner Zeichentrickfilmsequenzen gönne, um bestimmte Szenen in einer Weise zu präsentieren, die ich mit der normalen Spielansicht nicht bewerkstelligen könnte. So kann ich beispielsweise die starre Perspektive über dem Geschehen gezielt aufbrechen und einen Aufmarsch aus der Ferne auf den Betrachter hin entfalten oder ich bin in der Lage, auch mal ganz nah ran ans Detail zu gehen. Stilistisch passt „Wolfenhains“ Grafikstil ohnehin recht bruchlos zum Zeichentrick. Die Tage wähle ich weiter aus, welche Begebenheiten zu den bereits umgesetzten ebenfalls solcherart dramatisch verstärkt werden sollen. Dann geht es solange ans Animieren, bis ich meine: „Reicht so!“