Dschungelleben
Ja, ja, der moderne Großstadtspieler möchte immer fix weiter, schnell, schnell auf möglichst unkomplizierten Laufwegen zum Bildrand und ins nächste bequeme Level schlüpfen. Nix da. Der Dschungel hat keine Prachtstraßen, hier ist es urwüchsig, eng und verbaut, also genauso wie ich es nicht leiden kann. Das stellt mich vor die große Gewissensfrage, wie ich es denn nun mit dem dortigen Spielzuschnitt halte: Urwald oder Plastikzoo? Eigentlich müsste sich ein Konquistator jeden Schritt mit der Machete erkämpfen, sich auf rankenschmalen Schlängelpfaden mühsam vorankämpfen und durch den allgegenwärtigen Morast die Schrittgeschwindigkeit eines gehbehinderten Krauchwurms annehmen, wenn es denn mit rechten Dingen zugehen sollte. Im Film sieht sowas auch gut aus, in einem Spiel hingegen ist es Murks. Also wird großflächig gerodet, der Boden mit trittfesten Grassoden gepflastert und die Dschungelhaftigkeit des Dschungels schön ordentlich eingehegt. Eventuell gibt es Gras auch nur als akkurat rechteckige Bodenfläche mit Gartenzwerg. Ach ja, gefährlich wird es trotzdem, dafür sorgen schon dschungelhaftige Dschungelgegner. Und sage niemand, man könne keine Riesenschlange im 32x24-Pixel-Hochkantformat des RPG Makers darstellen.