Wartezeiten

Mein Gott, mein Gott, was braucht dieser Mensch denn aber auch so lange? Ich denke diesen Satz selbst oft genug, zum Beispiel wenn ich einem Supermarktkassenlehrling meinen Augenabdruck auf die Stirn brenne. Nun wird ja zuweilen auch an mich selbst die Frage gerichtet, was das denn bittesehr für eine skandalöse Entwicklungsdauer mit „Wolfenhain“ sei. Und weil ich nicht nur ein Empfangsgerät habe, sondern mit dieser Seite auch meinerseits was versenden kann, sehe ich mich glücklicherweise zu einer Antwort imstande.

Im angehängten Bild habe ich den Augenblickszustand aus dem Karteneditor des RPG Maker 2003 verewigt. Dort sieht man ein exemplarisches Spielfeld. Ich nenne es die nordwestliche Lichtung des Toten Waldes, der RPG Maker sagt dazu: Map 410. Bevor ich „Wolfenhain“ ein neues Spielfeld einfüge, beantworte ich mir erst mal, wozu es überhaupt da sein soll. Um diese Idee herum entwickle ich es dann. Auf der Lichtung/Map 410 sieht man beispielsweise viel Platz in der linken Hälfte. Freifläche sollte schon ihren Grund haben, wirkt sie doch ohne sichtbare Strukturen und Augenmerke allzu leer und schnell durchschritten - man denke an ein leeres Zimmer, bevor sich der Inhalt der Umzugskartons ausgebreitet hat. Im konkreten Fall brauche ich den Platz, damit der Spieler bei seinen angedachten Verschiebearbeiten nicht von zu vielen Kanten genervt wird. In einem Spiel, dem interaktiven Schlingel, soll es was zum Klicken, was zum Betasten, was zum Verändern, Bewegen, Provozieren, Niederringen, Erschaffen geben - eben was zum Spielen. Siehst du die Quadrate in der Farbe angelaufener Algen? Die meisten davon sind genau dazu da: Zum Anklicken. Sie bergen spielerischen Sinn, sie machen aus einer bloßen Kulisse ein Spielfeld. Man muss nur hingehen, den Deckel öffnen und gucken, was rauspurzelt. Jedes davon ist handgesetzt. Auf jedem Spielfeld. Das dauert zwar, es lohnt aber auch.