Spielejournalismus zum Einrahmen

In meinem Kopf herrschen 35° und nach dieser gelungenen Gleichschaltung zwischen Gehirn und Außenwelt will ich nicht länger säumen, die drei drängendsten Fragen, die ihr nie zu stellen wagtet, zu beantworten.

  1. Wird es in „Endzeit“ auf Asphalt basierende Lebensformen geben? Natürlich.
  2. Was ist eigentlich dein Lieblingsrollenspiel? Weiß ich gar nicht. Zum einen ist mir die schiere Menge des bislang Gespielten zu einem derart unübersichtlichen Haufen angewachsen, dass ich befürchte, bei einer Auswahl gar nicht alle eigentlich in Frage kommenden Kandidaten im Auge behalten zu können. Außerdem hat sich mein Geschmack geändert. Ich könnte heute beispielsweise nicht mehr das originale „Fallout“ anfassen, obgleich ich damals freudentränengetränkte Stunden darin versenkte, denn beispielsweise das umständliche Inventargefrickel ginge mir heute - in voller Kenntnis der voran geschrittenen Evolution der Spielbedienung - nur noch auf den Geist. So steht bei mir also ein Spiel auf einem irrational hohen Spielspaßerinnerungssockel, dem ich große Pioniertaten in der Genreweiterentwicklung zuschreibe, von dem ich heute dennoch aktiv abrate.
  3. Worin liegen für dich die größten Stärken des RPG Makers? Ich kann ziemlich schnell meine Idee in etwas Spielbares verwandeln. Was ich früher gar nicht richtig wertschätzte, heute aber umso mehr preise, ist das umstandslose Ausprobieren jedes neuen Einbaus. So erlebe ich sehr schnell, wie sich eigentlich etwas spielt und mir bleibt ein späteres, eventuell gar zu spätes Erschrecken erspart, das anderen Entwicklern mit weniger zur Spontanität fähigen Spielebausätzen theoretisch droht. Auch die starre 2D-Pixelsicht von oben kommt meinen Spielen entgegen. Man blickt sich sozusagen vor die Füße und wird somit schon durch die Spieltechnik auf die dicht verteilten Umgebungsdetails orientiert, aus denen ich versuche, interessante Situationen für den Spieler zu entwerfen. Ansicht und Spiel gehen Hand in Hand.
  4. Geht es nach „Endzeit“ mit einem neuen Projekt weiter? Definitiv. Leider habe ich aktuell gleich zwei Ideen, die mich gleichrangig reizen: Einmal ein Gegenwartsabenteuer, bei dem ich eine Möglichkeit ersonnen zu haben meine, wie man die übliche Fadheit dieses Szenarios vermeidet - denn wer braucht schon Helden, wenn man bei Problemen einfach die Polizei ruft? Oder ein Science-Fiction-Stoff, der ohne Schnellreisemagie auskommt, sondern einen Teil seines Reizes aus den riesenhaften Entfernungen zwischen den Sternen schöpft. Da draußen ist jede Reisegruppe sehr allein.
  5. Ist Drei eigentlich eine andere Zahl als Fünf? Was für ein Unfug! Wer verbreitet denn solche Ansichten?