Der Jahresrückblick
Dank meines Umklappkalenders auf dem Flur kam ich das gesamte Jahr nicht ein einziges Mal durcheinander und konnte jeweils präzise identifizieren, in welchem Monat ich mich eigentlich momentan befand. Das gab der gesamten Unternehmung Zweitausendsiebzehn Struktur. Mein großes Jahresendfazit ist von entsprechend konziser Gestalt. „Steam“ sagt, ich hätte „Saints Row 2“ installiert, aber nie gespielt. Ich weiß nicht, was das soll und übergehe diesen rätselhaften Umstand. Dafür habe ich endlich einmal einen „Total War“-Teil ausprobiert. Die ganzen Römer, Griechen, perfiden Punier und Gallier haben einmal mehr meinen alten Wunsch gekitzelt, ein Antikenspiel mit dem RPG Maker zu realisieren. Das Szenario ist schon verführerisch schön und damit habe ich auch in diesem Jahr wieder einmal mehr Ideen für Folgeprojekte, als ich eigentlich bräuchte. Das ist ja das Schöne, wenn man eher Jahre als Monate an einem Spiel zubringt: Man muss nicht kreativ sein, denn eine einzige Idee pro Jahr, was man als nächstes basteln wolle, reichte doch völlig aus. Mein Zettel ist voller. Ansonsten bestritt ich das Jahr in einem Wettlauf mit dem nordkoreanischen Diktator, wer bereiter zum Atomkrieg sei. Ich denke doch, den ollen Moppel geschlagen zu haben, denn mein „Endzeit“ ging in die erste Folge und wächst weiter, während Südkorea noch existiert. Ha!, so kann es weitergehen. Euch allen einen guten Rutsch und lasst es krachen.Advent, Architektur, Atomkrieg (12. Dezember 2017): Wäre Wolfgang Feierbachs „Fliegende Schildkröte“ atomkriegsstabil gewesen? Neben allerlei Betonungeheuerlichkeiten hinterließen die 60er Jahre auch deutlich weniger triste Bauten. Formenfroh, farbig, fantasievoll. Manches davon ist so kühn geschwungen, dass ich es mit dem RPG Maker und dessen unbedingter Vorliebe für schön rechtwinklige Architektur wahrscheinlich gar nicht nachbauen kann, aber ein paar Bauten liefern ebenso interessante wie machbare Vorbilder für „Endzeits“ Spielstätten ab. Ein solches Gebäude ist Feuerbachs „Fliegende Schildkröte“ (oder für die Liebhaber der Verwaltungspoesie: das Kunststoffhaus FG 2000). In Anlehnung an diesen architektonischen Farbtupfer habe ich gerade ein Spielgebiet fertiggestellt, dessen Anblick allein schon Streifzüge ermöglicht, die man in der Form sonst nicht im Rollenspiel erlebt. Nur der originale Teppich an der Zimmerdecke hat es aus perspektivischen Gründen nicht ins Spiel geschafft.